WirbelDienstag: Wohin mit all dem Krust?

Es ist schon gut sechs Jahre her. Damals lebte ich mit meinem Mann in einer alten 4-Zimmer-Wohnung. Unsere Familie war gerade um ein Wesen gewachsen und wir hatten das große Glück, dass in der Nachbarschaft ein kleines, schnuckliges Häuschen mit Garten frei wurde, in das wir umziehen konnte – herrlich, endlich ein Garten!

Es ab nur ein klitzekleines Problem: der Umzug!
Erstens hatte ich drei Kinder um mich rum (eines davon gerade mal ein halbes Jahr alt), zweitens wohnten wir schon recht lange in dieser Wohnung und drittens waren wir keine großen Helden im ausmisten.
Da wir unsere Kinder sehr jung bekommen haben und wir damals noch nicht viel hatten, erst recht kein Geld, haben uns viele liebe Menschen mit Möbeln, Spielzeug, Kinderkleidern, Küchenutensilien,… unterstützt. Zudem ging ich gerne auf Flomärkte und hab auch den ein oder anderen Schatz vom Sperrmüll nach Hause getragen.

Habt ihr so in etwa eine Vorstellung, worauf ich hinaus will?
Natürlich haben wir immer wieder ausgemistet und unsere Wohnung war auch nicht zu voll gestopft.
Das Problem war nur, dass wir alles was ausgemistet wurde, was defekt war, ausrangiert oder einfach nur furchtbar hässlich, auf den Speicher gestellt haben. Gleich neben die Altlasten des Vormieters, der uns auch einige Prachtstücke hinterlassen hat.

Der Umzug ging recht reibungslos über die Bühne… bis…
Bis es an den Speicher ging! Ich hatte keine Ahnung, dass sich so vielen Kisten, Dinge, Kartons, Teppiche, Möbel und noch unzählige Dinge mehr dort oben angesammelt hatten. Gut, es war voll dort oben, aber auf die etwa 80 Quadratmeter hat doch immer noch etwas dazu gepasst.

Ich werde den Tag nicht vergessen, an dem mein Mann, mein Schwiegervater und ich dort oben ausräumten.
Ich saß vor unserem Haus im Hof und habe begonnen „Haufen“ zu bilden:

  • Elektroschrott
  • Sperrmüll
  • Altmetall
  • Altkleider
  • „mit umziehen“
Und ein nicht zu unterschätzender Haufen mit Dingen, von denen ich nicht wusste, wohin damit. War doch eigentlich noch alles zu gebrauchen.
Ich hatte auf dem Hof einen großen Teppich ausgebreitet und sortierte Stunde um Stunde.
Meine Verzweiflung wuchs, als es dann auch noch begann zu regnen.
(Leider gibt es davon kein einziges Foto.)
Hätte ich damals gewusst, was ich heute weiß, wäre das ganze nicht so eine traumatische Erfahrung geworden.
Heute habe ich ein System, nach dem ich vorgehe. Ich weiß, wohin ich welche Dinge bringen kann, wie ich meinen „Müll“ sinnvoll los werde und vor allem weiß ich heute auch, wie gut mir das tut!!
Deswegen möchte ich Euch ein paar Tips mitgeben, die es Euch etwas erleichtern, durch Eure Habseligkeiten zu wirbeln:
  1. Nehmt Euch einen überschaubaren Batzen vor. Je nach Motivation und zur Verfügung stehender Zeit. Lieber etwas weniger für den Anfang, dafür aber diese Einheit zu Ende bringen.
  2. Eine Einheit könnte zum Beispiel eine Kommode, ein Regal oder ein Schrank sein. Leichter geht es sogar noch mit einem Regalbrett oder einer Schublade.
  3. Ihr braucht Platz (auf dem Boden, ein freier Tisch,…) um Euch herum, damit Ihr frei arbeiten könnt.
  4. Außerdem braucht ihr einen Müllsack, einen Karton und einen Korb.
  5. Macht es Euch ein bißchen schön: Lüftet zu Beginn noch mal ordentlich durch, das macht wach. Zieht euch was bequemes an und lasst im Hintergrund eure Lieblingsmusik dudeln.
Jetzt räumt ihr Eure Einheit aus. Nehmt jedes Teil in die Hand und überlegt Euch, was Ihr damit machen wollt. 

  • Ist es kaputt, absoluter Käse oder wirklich unbrauchbar (für niemanden), dann steckt es in den Müllsack.
  • Kann man es noch gebrauchen, aber ihr wollt es nicht behalten? Dann kommt es in die Kiste.
  • Ihr wollt das Ding gerne behalten, aber es hat eigentlich ein anderes zu Hause? Dann ab damit in den Korb.
  • Es sieht gut aus, ihr benutzt es regelmäßig und ihr freut Euch über diesen Gegenstand, dann auf den „Behalte“-Stapel.
Nachdem ihr über jeden einzelnen Gegenstand entschieden habt, sollte die Einheit komplett leer sein und all Eure Dinge sind einer dieser vier Kategorien zugeordnet. Ist ist strengstens verboten (!!) weitere Kategorien zu eröffnen.
Und es hilft sehr, zügig zu arbeiten. Macht Euch nicht zu viele Gedanken. Ich entscheide inzwischen fast immer aus dem Bauch.
  1. Als nächstes wird die leere Einheit sauber gemacht: Staub und Flusen ade. Ein feuchter Lappen kann da sicher auch nicht schaden.
  2. Und jetzt Eure „Schätze“ wieder einräumen. Gerne mit System: kleine Schachteln und Kästen helfen beim Ordnung halten.
  3. Den Müll dürft Ihr nun direkt nach draußen bringen. Raus aus dem Haus!! 
  4. Die Dinge aus dem Korb, kommen an ihren neuen (oder ursprünglichen) Bestimmungsort. Ist dort noch nicht gewirbelt? Egal. Erst mal an richtigen Platz verräumen.
  5. Jetzt steht noch der Karton da, mit den Dingen, die ihr nicht liebt, die aber auch zu schade sind zum wegschmeißen… Macht erst mal den Deckel zu.
    Um diesen Karton kümmern wir uns dann ausführlich am Donnerstag. ;o)
Und jetzt genießt Euren Erfolg!!
So könnt Ihr Schritt für Schritt in kleinen überschaubaren Einheiten das ganze Haus durchgehen.
Eigentlich ganz einfach. Oder??

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Hier noch mal die vier Kategorien in der Kurz-Übersicht:
  • Müll (bei uns der 35Liter-schwarze-Restmüllsack)
  • Noch-gut-aber-nicht-behalten-Karton (übrig gebliebene Umzugskartons)
  • Gehört-an-einen-anderen-Platz-Korb (in meinem Fall ein roter Eimer)
  • und natürlich die „Schätze“, die dürfen bleiben!


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