Perfekt unperfekt

Manchmal hilft es einfach auch nicht, gut vorbereitet zu sein.

Es ist 6.51Uhr und die Großen beiden haben eben das Haus verlassen und hetzen Richtung Bus.
Eigentlich sollte das morgens glatter laufen. Theoretisch richten wir abends unsere Sachen, räumen noch eine Runde auf, legen die Kleider für den nächsten Tag raus,…
Ich steh dann zeitig vor den Kindern auf, um dann frohen Mutes und schon munter und wach die Gören aus dem Bett zu holen. ;o).

Heute morgen sah das dann doch eher anders aus und es fanden unter anderem folgende Dialoge statt:

  • Er: „Kannst du mir noch schnell ne Entschuldigung schreiben, ich hab doch gestern meinen Turnbeutel im Bus liegen lassen.“ (Das mit dem Turnbeutel war bereits bekannt, das man dafür aber eine Entschuldigung braucht… Notiz an mich selbst: Nummer der Verkehrsbetriebe raussuchen und anrufen.)
  • Ich: „Aufstehen, Guten Morgen, es ist kurz nach 6.“
    Sie: „Mpf.“
    Ich: „Aufstehen, es ist 6.15Uhr.“
    Sie: grummelgrummel.
    Ich: „Die Heizung im Bad ist schon an. Los jetzt, raus aus den Federn.“
    Sie: „Ich komme.“
    6.30Uhr, Kind liegt immer noch im Bett.
    Ich: (mit leicht scharfem Unterton) „Es ist halb sieben!“
    Sie: „Ja.“
    Wie auch immer sie das macht, sie hat es trotzdem geschafft den Bus zu bekommen, ohne Frühstück und Co. Da frag ich mich nur, warum ich so früh aufstehe??
  • Sie: „Wo sind denn Deine Kopfhörer?“
    Ich: „Du hast doch selbst zwei.“
    Sie: „Aber ich hab keine Ahnung wo.“
  • Er: „Ich brauch noch den Zettel für die Wintersporttage.“
    Ich: „Was für einen Zettel? Hab keinen gesehen.“
    Etwas hurtig den Mann geweckt. Er hat auch keine Ahnung.
    Kind verzweifelt: „Dann krieg ich wieder ärger.“
    Ich: „Dann schau heute noch mal in der Schule, ob er da noch liegt.“
    Er: „Ich muss den aber heute abgeben.“
    (Ich schwanke zwischen Mitleid und Verzweiflung…)
Hier läuft es manchmal  alles andere als glatt. Trotz großer Bemühungen… 
In tiefstem Herzen bin ich einfach ein Chaot und auch die Kinder haben davon wohl eine gute Ladung abbekommen. Ich versuche mit viel Mühe und Liebe und Struktur, die Dinge im Griff zu haben. Aber das ist eben nicht immer so ganz einfach.
Habe ich da vielleicht zu hohe Erwartungen an mich und die Kinder?
Wer jetzt eine super Lösung erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Es ist kurz nach sieben und ich fühl mich schon völlig geschafft.
Wenn ich ganz ehrlich bin in so einem Moment, dann habe ich mir das mit den Kindern und der Familie manchmal doch etwas anders vorgestellt.
Ich liebe meine Kinder mehr als Worte beschreiben können und wir haben es oft sehr schön. Aber manchmal ist „idyllisch“ anders.

Warum ich das schreibe?
Weil ich das Gefühl habe, dass immer alles perfekt laufen muss, die Kinder funktionieren müssen und mir alles einfach und entspannt von der Hand gehen sollte.
Aber so ist es eben nicht! Und ich glaube, dass es vielen Müttern so geht, wenigstens hin und wieder.
Und wisst ihr was? Das ist in Ordnung so! Keiner ist perfekt und muss es auch nicht sein. Nicht alle Tage können sein wie in Bullerbü.

Macht Euch nicht schlecht, wenn es nicht so läuft, wie ihr es Euch vorstellt und schon gar nicht, weil ihr denkt, alle anderen bekommen es besser hin als ihr.
Versprochen, dass ist nicht so, jedenfalls nicht bei uns!

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