Wahrnehmung

Was für ein wundervoller Tag! Es ist winterlich kühl, die Sonne scheint, der Himmel ist dunkelblau und im Hintergrund sieht man die schneebedeckten Berge. Wir wohnen schon einfach traumhaft schön!

Und ich sitze bei diesem Wetter zu Hause am Rechner und arbeite für die Uni…
O.K., ich hab es nach zwei Stunden nicht mehr ausgehalten und musste nach draußen gehen, das Gesicht in die Sonne strecken und ein paar zügige, gedankenverlorene Schritte gehen.

Und dabei ist etwas Spannendes passiert. Ich habe zwei meiner LieblingsMitMamas getroffen und wir sind ins plaudern geraten. 

Und da erzählt mir doch eine von beiden, dass sie mitbekommen hätte, ich würde jetzt einen Blog schreiben. Und sie fragt mich (!)tatsächlich, wie ich das alles schaffen würde: Kinder, Mumeln, Uni, Bloggen,…



Mich!! Die ich hier doch so oft im Chaos versinke, kaum mit allem hinterher komme und eine ewig lange ToDo Liste mein eigen nennen darf.
Dabei bin ich es doch, die sie bewundert: Tolle Kinder, immer supersüß angezogen, sie selbst auch, dazu noch sportlich, supergemütliche, aufgeräumte Wohnung und dann noch ein kleines Baby (und was für ein schnuckeliger Käfer!!). 
Während dieses Gespräches stellten wir drei fest, dass es doch sehr faszinierend ist, dass man immer denkt, die anderen schaffen viel mehr, als man selbst, kriegen einfach viel mehr hin.

Wir haben uns gefragt, wieso das so ist. Und ich habe entdeckt, dass etwas, was ich bei mir als schlechte Eigenschaft empfinde, vielleicht doch zu etwas gut ist.

Ich bin nämlich das Gegenteil von einem Perfektionisten. Ich mache viel wischiwaschi, bringe Dinge nicht zu Ende, schludere und habe an mich selbst oft nicht sehr hohe Ansprüche.



Wie gerne würde ich exakter basteln oder nähen können(das dauert mir dann aber alles viel zu lange), gründlicher putzen, ordentlicher für eine Hausarbeit recherchieren… Da ist überall noch ganz viel Luft nach oben.
Aber eben ging mir ein Licht auf. Wenn man Dinge richtig, gründlich und ordentlich tut, kostet das unendlich mehr Zeit.
Und die habe ich nicht. Nicht, wenn ich mein Leben so leben will, wie ich es im Moment tue, mit Haus, Kindern, Uni, Freunden, Blog, Tanzen, Kaffee trinken, Laufen gehen,…

Vielleicht ist es eine Charaktersache. Ich war nämlich schon immer so. 

Aber jetzt ist etwas ein kleines bißchen anders.



Ich habe heute gelernt, dass eine von mir empfundene Schwäche, auch ihre guten Seiten hat und vielleicht sogar eine Stärke sein kann!

Danke Sonne, dass du mich aus dem Haus gelockt hast, sonst wäre diese wunderbare Erkenntnis an mir vorüber gegangen.

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1 Kommentar

  1. Ich lebe nach der 80-20-Regel. Das Pareto-Prinzip besagt, dass 80% der Ergebnisse in 20% der Gesamtzeit erreicht werden. Sprich: für 100% steht der Aufwand in keiner Relation zum Ergebnis. 😉

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